M1 3. Spieltag Erfurter VC vs. TSG

Nachhaltigkeit

 

Hä? Hat der Trainer der grade nachhaltig gesagt? Es war im dritten Satz, als zum ersten Mal wirklich Sonne im Spiel der Markkleeberger schien. Im Spiel gegen Erfurt war sonst am Samstag eher Herbstwetter angesagt. Aber zurück zur Nachhaltigkeit. Was könnte das nur heißen? Ein kicherndes Nachdenken in der Spieler Köpfe war lautstark zu sehen. Kommt das von nachhallen? Werden die Worte des Trainers jetzt im Inneren des Kopfes für immer im Kreis hallen? Eher nicht. Oder kommt es von nachhalten? Also vielleicht dem Gegensatz von vorhalten, wie Vorhaltungen machen? Will der Trainer schimpfen? Nun, Wikiweißalles definiert: Im ursprünglichen Wortsinn („längere Zeit anhaltende Wirkung“). Und genau das war auch gemeint. Aber wie kam es dazu? Lest selbst.

 

Gigantische acht Spieler (Zuspieler, Libero, 3xMitte, 3x Diagonal) schafften den Weg nach Erfurt in Rekordzeit. In einer etwas abenteuerlichen Aufstellung gelang es auch gleich zu Beginn, den Spielfaden zu finden. Waren die Ideen und taktischen Spielchen also gar nicht so falsch. Könnte man meinen. Insbesondere der von Zuspieler Thomas Lange in diesem Durchgang immer wieder gesuchte Martin Groth auf der Diagonalposition spielte wie der Hammer-Schorsch persönlich. Bis zum 16:16 sah die ganze Sause auch ziemlich nach Volleyball aus. Dann mischten sich jedoch Zweifel und Fehlerchen in das Spiel der Neuseenländer. Und zwar nachhaltig. So wurde aus nem winzigen 18:20 gleich mal ein 18:25.*schluck*

 

Die Stimmung war dennoch gut, als die Sachsen in den zweiten Durchgang gegen die gut aufgestellten Landeshauptstädter aus Thüringen wieder auf die Platte eilten. Das Team Groth-Lange funzte bestens, Sebastian Eisemann steuerte ebenso fleißig Zähler bei, also eine Entwicklung, die Mut macht. 16:16 und die Satzmitte ist wieder erreicht. Unspektakulär, mehr ein Abarbeiten. 19:19 und der heiße Tanz um die nachhaltige Entwicklung in diesem Satz beginnt. Die Entwicklung des psychologischen Vorteils eines 2:0 oder des Ausgleiches zum 1:1 stand auf der Liste. Um es kurz zu machen, die verrückte Waage der Fortuna, dieser elenden Hafen…nymphe, pendelte sich Richtung Erfurt ein. 21:19, eine Miniführung der Gastgeber, die bis zum 25:23 aus Erfurter Sicht gehalten werden konnte. Ärgerlich, blitze doch endlich der Siegeswille in den Markkleeberger Augenwinkeln, manifestiert in tollen Aktionen auf dem Feld, auf. Sei es drum. Weiter geht’s.

 

Dann spielen wir eben einen Tie-Break, so der Tenor in der Pause. Ging es doch auch um eine Thai-Massage. Allein die phonetische Ähnlichkeit müsste doch das Schicksal milde stimmen. Und das tat es bis zu dem Punkt, wo die Nachhaltigkeit, die Leser mit einem verlängerten Kurzzeitgedächtnis erinnern sich vielleicht noch an den Anfang dieses Artikels, zur Sprache kam. Es funktionierte endlich das, was sollte. Der Aufschlag störte den Spielaufbau des Gegners nachhaltig. Der Angriff setzte die Akzente dazu. Inzwischen verschob sich die Donnerphalanx hinzu Tim Erdmann, der in seinem ersten Saisonspiel in diesem Jahr gleich 8 seiner 14 Pässe donnernd zu Punkten münzte. Na damit sollte es doch werden. Und es wurde. Und wie. Also ein Debakel. Denn seit der Auszeit lief nix mehr. Und das mit ziemlicher Nachhaltigkeit. Die Big Points blieben bei Erfurt, die von ihrem Heimpublikum, also den anwesenden 30 Leuten, frenetisch gefeiert wurden. Die Annahme schwächelte, dafür lief im Aufschlag nix. Wie gesagt, lediglich im Angriff und in der Abwehr gelangen Akzente. Zu wenig, um sich aufzurichten, aufzuraffen und zu kämpfen. 11:14, 15:20 und mit nem Miniendspurt dann 20:25, so der Lauf des finalen Satzes. Erfurt siegt 3:0 und Markkleeberg sonnt sich in der Wärme des Tabellenkellers.

 

Aufstehen, Staub abklopfen, Krone richten. Gemeinsam anpacken und die nächsten 3 Wochen Spielpause gemeinsam und nachhaltig nutzen. Das sind die Pläne für das Team. Zur Vorbereitung hätte sich sicher niemand träumen lassen, dass man sich so weit unten wiederfindet. Das Thüringen in dieser Saison der Angstgegner wird. Sollte doch die Liga mit dem Weggang der besten mannschaften leichter geworden sein. Oder war das gar Arroganz und Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten? Man wird sehen, denn am Ende kackt die Ente. Und das mit Schwung auf den Tisch von Gotha. Die sind unser nächster Gegner und nein, wir haben keine Angst vor Thüringern nur nachhaltigen Respekt. Hubbenei, HUIII!

 

TSGM mit:

Felix Deutscher, Martin Nemcek, Martin Groth, Sebastian Eisemann, Thomas Lange, Wolfgang Herold, Leon Albrecht, Tim Erdmann

 

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