Endabrechnung

Wo fängt man am besten an, wenn es darum geht eine komplette Saison in ein paar wenige Zeilen zu verwandeln? Am Anfang, oder?

 

Ein Team, das zu Beginn des Sommers des vergangenen Jahres nahezu komplett neu geordnet wurde, braucht Zeit, um sich zusammenzufinden. Am besten geschieht das natürlich spielerisch. Um das zu erreichen traten, wir gemeinsam beim EPZ-Pokal an. Ein gutes Abschneiden ist zwar wie immer das oberste Ziel gewesen aber auch eine Bestandsaufnahme, der vorhandenen Leistungsfähigkeit und die Aufstellung einer ToDo-Liste für das anstehende Trainingslager standen auf dem Plan. Abgeschlossen wurde das erste Turnier unserer noch sehr jungen Mannschaftsgeschichte mit einem annehmbaren vierten Platz.

Im schon erwähnten Trainingslager sah die Welt aber schon wieder ganz anders aus. Am ersten Abend war ein Trainingsspiel gegen die Bezirksligisten vom VC Pegau angesetzt, dass für einige Ernüchterung sorgte. Es stand fest: „Dieser Weg wird kein leichter sein.“

 

Genau deswegen wurde zu Beginn des normalen Trainingsalltags konzentriert und motiviert gearbeitet. Dem ersten Spieltag nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse II wurde entgegengefiebert, wie noch keinem anderen zuvor. Der SV Stahl Brandis, einer der beiden Absteiger aus der BK I der vorhergehenden Saison, sollte die erste Bewährungsprobe der Punktspielsaison werden. Da wir uns einig waren, dass der Aufstieg in die BK II noch nicht alles gewesen sein soll, wurde der Sieg ganz klar ins Auge gefasst. Am Ende kam alles anders. Mit einem glatten 0:3 Spielverlust und gehörig nach unten verzogenen Mundwinkeln reisten wir wieder ab. Die Überschrift des ersten Spielberichtes der Saison beschrieb die Situation sehr treffend: „noch nicht in der Bezirksklasse angekommen“. Das war der erste Dämpfer, der das Team auf eine Probe stellte. Realistischer Weise muss aber auch bedacht werden, dass wir in diesem Spiel gegen einen Gegner spielten, der nur eine Saison früher noch ganze zwei Spielklassen höher spielte als wir. Natürlich ist das keine Entschuldigung, aber relativiert die Niederlage.

Darauf folgend stand wenig später der erste Heimspieltag an. „Die dritte nimmt Fahrt auf“ wurden die zwei erzielten Siege betitelt. Sowohl die SV Einheit Borna II, als auch der SV Reudnitz III hatte uns nichts entgegenzusetzen. Dass uns der glasklare Sieg gegen Borna im Nachhinein dann durch einen unglücklichen aber doch kapitalen Fehler - ausgelöst durch den Einsatz eines noch nicht für die Spielklasse zugelassenen Spielers - aberkannt wurde ist mehr als ärgerlich. An der Endsituation hätte aber wohl auch ein Spiel mehr auf der Habenseite nichts geändert.

Am Spieltag drei wartete der VfB Eilenburg auf uns. Den „Eilenburger Einlauf“ hätte wohl in der Deutlichkeit keiner erwartet. In einer Leistung gipfelnd, die nur das Prädikat „Grotte“ verdient hatte wurden wir nach allen Regeln der Kunst vorgeführt, und das von uns selbst. Der Gegner trug nur wenig dazu bei, dass wir wie geprügelte Hunde aus der Halle schlurften. Es konnte nur noch besser werden.

Gegen den SFC Leipzig wurde es das auch. Mit einem 3:2 Auswärtserfolg bewiesen wir uns endlich mal wieder, dass wir doch in der Lage sind Volleyball zu spielen. „SFC adé“. Gegen den DJK Colditz und die VSG Leipzig wurde der positive Trend weiter fortgesetzt. „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“. Wie wahr diese Worte doch waren, wenn man bedenkt, dass unser zweiter Heimspieltag zu einer schüler- und studentenfeindlichen Zeit begann. In einem Herzschlagfinale, in dem es nur auf einen kühleren Kopf und das letzte Fitzelchen Kraft am Ende mehr ankam wurde die VSG, kurz nach Colditz, letztendlich nach langem Kampf niedergerungen.

Mit dem spielerischen Erfolg begann die Zeit der Experimente und Umbrüche. Auf zahlreichen Positionen wurde getauscht, geändert, geschoben und probiert. Mit Erfolg. Ein Sieg über den Krostitzer SV II, wenn auch wieder einmal in fünf Sätzen, beendete die Hinspielserie. Für uns waren zu diesem Zeitpunkt 10:6 Punkte in der Tabelle vermerkt. Nicht optimal aber da ging noch was!

Als Revanche für das aberkannte Spiel zu Beginn der Saison, wurde Borna zu Beginn der zweiten Hälfte der Spielzeit in der BK II folgerichtig ordentlich verarztet. „In der Kürze lag die Würze“. Damit wurde einiges wieder ins rechte Licht gerückt. Etwas wieder gerade zu biegen hatten wir auch in Sachen SV Brandis und VfB Eilenburg. Die empfindlichen Niederlagen, die wir jeweils erleiden mussten wollte keiner auf sich sitzen lassen. Es stand fest: „Die machen wir kaputt, JUNGE!“ „Mehr als ein Kaffee-Kränzchen“ erwartete beide in unserer Halle. Es sei berechtigt diese beiden Spiele als Meisterstücke der Saison hervorzuheben. Wirklich alle waren in der Vorbereitung und auch während der Spiele voll dabei, denn es ging darum die Chancen auf den Aufstieg in die BK I zu waren. Dass dies nicht annähernd dauerhaft die Regel war, sowohl zu Beginn der Saison als auch im späteren Verlauf, sei hier nur am Rande erwähnt. Dass zum Volleyballspielen mehr gehört, als nur die reinen Spiele an sich ist wohl bis zum heutigen Tag nicht jedem klar. Nichtsdestoweniger hielt der Erfolg weiter an. Auch zu Hause kam der SV Reudnitz III nicht über ein 1:3 gegen uns hinaus und wenn man ehrlich ist tat so ein „Reudnitzer am Nachmittag“ echt gut.

Zum Zeitpunkt der Anreise zur VSG Leipzig waren diese mit einer der härtesten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg. Es stand an: „Der Tag der Entscheidung – Top oder Flop“. Er stellte sich Flop heraus. In einem dermaßen wichtigen Spiel gelang es uns ganz einfach nicht eine Leistung abzurufen, die mehr als nur der untersten Schublade würdig war. Damit war klar, dass wir unser Ziel nicht mehr aus eigener Kraft erreichen konnten. Nur mit sehr viel Glück hätten wir noch jubeln dürfen, allerdings war uns Fortuna in dieser Situation nicht positiv zugeneigt.

Mit „Licht und Schatten“ besiegten wir im letzten Heimspiel noch einmal das stabile Mittelfeld der Tabelle, in persona des SFC Leipzig und dem Krostitzer SV II. Die DJK Colditz, mit uns aufgestiegen zu Beginn der Saison, zog auch bei unserer zweiten Begegnung den Kürzeren und wird wohl wieder den bitteren Abstieg antreten müssen. Obwohl nur die letzten übrig gebliebenen „sieben Zwerge“ von uns mit zu diesem Spiel anreisten reichte es für den Sieg.

 

Noch nicht konstant und abgebrüht genug , mit unterschiedlichsten Leistungserwartungen der Spieler und mit großer Spreizung in den Möglichkeiten – das ist die Kurzfassung dieser Saison.

Doch nach dem Aufstieg souverän auf dem Bronzeplatz zu stehen – es gibt wahrlich Schlimmeres. Vorwärts zu neuen Taten – nach der Sommerpause warten schon neue Herausforderungen!

 

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