SFC adé

Zur Abwechslung gibt es dieses Mal eine positive Nachricht aus dem Lager der dritten Herren zu berichten. In einem Wort: Auswärtssieg!

Zum Großkampftag der TSG an dem alle Mannschaft, bis auf die vierte Herren, ran mussten, wollte natürlich jeder mit einer Siegesnachricht nach Hause zurückkehren. Und wir hatten in dieser Hinsicht ja noch so Einiges aufzuholen.

Optimismus und Zuversicht auf einen Sieg sahen allerdings anders aus. Neben, zuletzt mäßigen Leistungen im Training und Spielbetrieb mussten wir ganz einfach darauf hoffen, dass uns die direkte Spielsituation eine Initialzündung verschafft. Für eine optimale mentale Vorbereitung auf den zweiten Auswärtsspieltag wurde im Vorfeld der Spielort schon mit Adleraugen und Satellitenunterstützung analysiert. Die Auswertung der gesammelten Daten erbrachte eine ernüchternde Schlussfolgerung: Wettkampfort ist wieder eine Sporthalle Modell "Tonne"! Bei manch einem klingelten da schon die Alarmglocken. Bei der letzten Begegnung mit dieser, nennen wir es „architektonischen Entgleisung“, wurden wir des Öfteren schon im Ansatz bei unseren Flugversuchen nach oben hin begrenzt. Und das saß natürlich noch in den Köpfen.

 

Aber wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Es sollte sich zeigen, dass ein wenig Erfahrung im Umgang mit niedriger Hallenhöhe unser Spiel merklich positiv beeinflusste. Den sich nach dem Einspielen anschließenden Fünf-Satz-Krimi vermochte dieser Schritt nach vorne allerdings nicht verhindern. Es stellte sich schnell heraus, dass der SFC Leipzig ein Wolf im Schafpelz zu sein schien. Das obligatorische Abtasten der sich gegenüberstehenden Mannschaften sah einen Vorteil in Sachen durchschlagskräftiger Angriffe auf unserer Seite. Der SFC allerdings bestach mit einer relativ unkonventionellen Verteilung der Pässe, die durch eine bärenstarken Annahme unterstützt wurde. Zu Beginn des Spiels behielten wir noch die Oberhand auf dem Feld, hatten sogar einen zeitweisen Sechspunktevorsprung. Doch gelang es uns nicht diesen in trockene Tücher zu bringen und den ersten Satz nach Markkleeberg zu holen. Der Fehlerteufel war wieder einmal auf unserer Seite des Feldes unterwegs und bescherte dem SFC Punkt um Punkt bis zum Ausgleich und letztendlich zum Satzerfolg. Der Schock saß tief, der Puls ging bei einigen schon jetzt durch die Decke.

Was war passiert? - Einen sicher geglaubten Satz hatten wir auf ärgerliche Weise abgegeben. Doch laut Coach: "Ist doch gar nichts passiert".

 

Die Devise war, den ersten Satz abzuhaken und mit klarem Kopf neu zu starten. Hin, her, hoch und runter ging es dann in Satz zwei. Ein recht turbulenter Flug sollte es also werden. Von absolut geradlinigen, kompromisslosen Punktgewinnen schlug die Witterung auch schnell wieder um, hin zu kopflosen Spielzügen, die dann vielen die pure Verzweiflung ins Gesicht schrieben. Es musste gehandelt werden. Eine taktische Umorientierung auf dem Spielfeld brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Nach weiteren unglücklichen und zugegebenermaßen unnützen Aktionen schritt der Coach abermals regulierend und entscheidend ein. Dieses Mal wurde dies auch mit Erfolg gekrönt. Die aktiven Sechs auf dem Feld bekamen zu jedem Zeitpunkt massive Unterstützung von der Spielfeldseite. Sowohl Coach, der Rest des Teams als auch ein mitgereister Fan taten ihr bestes um die fremde Halle in eine Markkleeberg-dominierte Arena zu verwandeln. Diese positive Energie im Rücken machte es möglich den Satzausgleich zu erkämpfen und schon war wieder alles möglich.

 

Laut Regelwerk mussten wir nun wieder die Feldseite wechseln. Auf unserem Arbeitsplatz für die folgenden ca. 20 Minuten herrschte, wie im ersten Satz, allerdings wieder heftiger Gegenwind. Man hatte das Gefühl, dass wir uns direkt in ein Luftloch manövriert hatten. Es lief einfach nichts mehr zusammen. Aufstellungsänderungen brachten keine unmittelbaren Erfolge und der SFC spielte einfach unverblümt sein Spiel weiter ohne sich groß von uns dabei beeindrucken oder stören zu lassen. Schnell war Satz drei verloren. Die Köpfe sanken wieder ein bisschen tiefer. Aber nicht lange.

 

Obwohl Satz vier mit Fehlaufschlägen begann, fanden wir wieder zu uns selbst und spielten einfach Volleyball. Eine geschlossene Mannschaft brachte sich wieder ins Spiel und pushte sich in die Höhe. Nun zeigten sich auch die Wirkungen der taktischen Wechsel aus dem vorhergehenden Satz. Der Durchschnittspuls lag wieder auf normalem sportlichem Niveau, was einen guten Einfluss auf die Harmonie in unserem Spiel hatte. Wir wollten den Satzerfolg unbedingt für uns verbuchen und damit den entscheidenden Tiebreak erzwingen. In dieser Situation, mit dieser Einstellung mussten die Spieler des SFC einfach nachgeben und sich zum zweiten Mal geschlagen geben.

Noch 15-mal punkten und der Sieg war unser! Wir starteten auf der vermeintlich unglückbringenden Seite. Anders als im ganzen Spiel zuvor hatten wir allerdings dieses Mal Erfolg. Alle Angreifer lagen gut in der Luft und die Annahme schwebte auf Wolke Sieben. Mit Vorsprung, Spaß am Volleyball und einer Mannschaft die endlich geschlossen an einem Strang zog begannen wir dann mit dem Landeanflug auf das Ziel Auswärtssieg. Die Punktlandung stellte ein Angriff über die Mitte dar. Dieser besiegelte alles und die Freude war, verständlicherweise, groß. Der erste Auswärtserfolg in der noch jungen Bezirksklasse-Karriere der dritten Herren war geschafft und wird auch nicht der Letzte bleiben.

Danke an den SFC Leipzig für dieses spannende Spiel. Wir sehen uns in Markkleeberg wieder!

  

Mirko Schmidt

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